Das große Völkerringen in den Jahren 1914-1918 forderte auch von unserer Gesellschaft seine Opfer und hinterließ manche Lücke. Am 05.12.1918 konnte die Kompanieführung im Lokal des Kameraden Dauch die heimkehrenden Mitglieder begrüßen und das Vereinsleben wieder erwecken. Die alten Freunde der KFK hielten in treuer Kameradschaft zusammen und warben ständig um neue Mitglieder. Am 12. Juli 1919 fand dann im Lokal des Kameraden Peter Frankenheim eine Versammlung statt, in der der Kamerad Anton Bollig neben dem damaligen 1. Hauptmann Peter Holz zum stellv. Hauptmann gewählt wurde. Diese Beiden übernahmen dann auch mit Erfolg die Geschicke der Kompanie, so dass die Protokollbücher des Jahres 1920 über eine ständige Mitgliederzunahme berichten konnten. Dieser Auftrieb wurde jedoch bald wieder getrübt, denn im Jahre 1922 verlangte man die Umgestaltung der Kompanie in die "Gesellschaft König-Friedrich v.1888" und verbot allgemein das Tragen der Schützenuniform. Trotz der Wirren der Inflation schritt die "Gesellschaft König-Friedrich v.1888" im März 1923 zur Einrichtung einer Sterbe- und Unterstützungskasse. Am Ende der Inflation 1923 war jedoch das gesamte Sparguthaben zusammengeschmolzen. Da jedoch der Opfermut der Kameraden nicht klein zu kriegen war, nahmen die Finanzen nach der Währung im Jahre 1924 bald wieder gesunde Formen an. Man konnte endlich wieder zur Uniformierung der Mitglieder schreiten, die bis dahin zurückgestellt werden musste. Als dann die Tage des Schützenfestes im Jahre 1924 gefeiert wurden, sah man manch neuen Schützenrock und Hut in den Reihen der Kompanie. Laut Kassenbericht vom 02.09.1924 zählte das Vereinsvermögen bereits wieder 333,85 Rentenmark, und zum Schützenfest 1925 konnte Kompaniekamerad Karl Schnigge - inzwischen zum Oberstleutnant befördert - über 220 Mitglieder anführen. Auch fielen in diesem Jahr manche Einschränkungen der damaligen Besatzungsmacht fort, und man durfte sich wieder stolz "König - Friedrich - Kompanie" nennen; und Feste wurden wieder wie vorher in altem Glanz gefeiert. Sehr vergnüglich waren die damals alljährlichen Hauptmannswahlfeste. Freund Walter Klapheck schrieb einmal anlässlich eines solchen Festes:
"Alle Jahre nur einmal ist Gott sei Dank die Hauptmannswahl".
Wer von den alten Kameraden wüsste nicht von der Nachhaltigkeit eines solchen Herrenabends ein Lied zu singen. Im Jahre 1926 errang Kamerad Bernhard Woestpeter die Königswürde des St. Sebastianus-Schützenverein von 1316 e.V. - welche Freude! Hatte man doch seit den Jahren 1908/1909 dieses Glück nicht mehr zu verzeichnen gehabt. Der ihm damals überreichte Königsorden wurde nach seinem Tode der Kompanie gestiftet und wird seit dieser Zeit als begehrter Wanderorden alljährlich ausgeschossen. War das Jahr 1926 ein voller Erfolg, so sollte das Jahr 1927 endlich einen lang ersehnten Wunsch im St. Sebastianus-Schützenverein von 1316 e.V. erfüllen: Im August 1927 gelang es dem Kameraden Friedrich Minini, eine Jungschützen Abteilung innerhalb unserer Kompanie zu gründen. Auch Dr. Willi Kauhausen und Paul Klees waren von diesem Gedanken sehr angetan und warben voller Eifer für diese Idee. Der Erfolg zeigte sich bereits beim nächsten Schützenfest, auf dem eine stattliche Jungschützenkompanie zu bewundern war. Bereits im gleichen Jahr konnte sie unter Führung ihres 1.Hauptmannes Fritz Minini zur Fahnenweihe schreiten.
